Server-Virtualisierung
Server-Virtualisierung ist eine Technologie, die es ermöglicht, mehrere isolierte virtuelle Maschinen auf einem physischen Server auszuführen und die Rechenressourcen effizient zu verteilen.
Inhalt
Server-Virtualisierung ist eine Technologie der Abstraktion von Rechenressourcen (CPU, RAM, Festplatte, Netzwerk), die es ermöglicht, gleichzeitig mehrere isolierte virtuelle Maschinen (VM) auf einem physischen Server auszuführen, jede mit ihrem eigenen Betriebssystem (Windows, Linux, Astra Linux und andere), Anwendungen und Einstellungen. Diese Technologie ist die Grundlage der modernen IT-Infrastruktur, da sie die Effizienz der Ausrüstungsnutzung radikal erhöht, Kapital- und Betriebskosten senkt, die Verwaltung der Serverflotte vereinfacht und ein hohes Maß an Ausfallsicherheit und Flexibilität bietet. Ohne Virtualisierung sind moderne Rechenzentren, Cloud-Plattformen (IaaS, private Clouds) und Unternehmens-IT-Landschaften jeder Größe nicht vorstellbar. Nach Angaben von Analysten bei Gartner und IDC laufen heute mehr als 90 % aller Server-Workloads in der Welt in virtuellen Umgebungen. Die Virtualisierung ermöglicht es, das Schlüsselproblem der traditionellen Serverinfrastruktur zu lösen — die niedrige Auslastung der Ausrüstung: Physische Server sind selten zu mehr als 10-15 % ausgelastet, während die Virtualisierung eine Auslastung von 70-80 % und mehr bei gleichzeitiger Beibehaltung einer Leistungsreserve für Spitzenlasten ermöglicht.
Wie Server-Virtualisierung funktioniert
Die Schlüsselkomponente der Virtualisierung ist der Hypervisor — eine spezielle Software (VMware ESXi, Microsoft Hyper-V, Proxmox VE, KVM/QEMU, inländische Entwicklungen), die direkt auf der Serverhardware (bare-metal, Typ 1) oder über dem Betriebssystem (hosted, Typ 2) installiert wird. Der Hypervisor erzeugt eine Abstraktionsschicht zwischen den physischen Ressourcen des Servers (ein Prozessor mit Unterstützung der Hardware-Virtualisierung Intel VT-x/AMD-V, RAM, Festplatten, Netzwerkschnittstellen) und den virtuellen Maschinen, wobei er die Ressourcen dynamisch zwischen ihnen in Abhängigkeit von der aktuellen Last mit Hilfe eines Schedulers verteilt. Jede virtuelle Maschine hat ihre eigenen virtuellen Geräte: einen virtuellen Prozessor (vCPU), virtuellen Speicher (vRAM), virtuelle Festplatten (Formate VMDK, VHDX, QCOW2, RAW) und virtuelle Netzwerkadapter (VMXNET, E1000, VirtIO). Der Hypervisor fängt privilegierte Befehle und Aufrufe des Gastbetriebssystems an Geräte ab und übersetzt sie in Aufrufe an die physische Ausrüstung (binäre Übersetzung oder Hardware-Virtualisierung Intel EPT/AMD NPT). Dank der Nutzung der Virtualisierungstechnologie wird eine fast native Leistung der virtuellen Maschinen erreicht (Leistungsverluste liegen bei CPU-lastigen Workloads in der Regel unter 5 %) bei vollständiger Isolierung voneinander auf der Ebene der Speicheradressräume. Das bedeutet, dass ein Betriebssystemausfall, ein Speicherleck oder eine Kompromittierung einer VM die Arbeit der benachbarten virtuellen Maschinen auf demselben Host nicht beeinträchtigt. Der Administrator kann laufende virtuelle Maschinen ohne Dienstunterbrechung zwischen physischen Servern verschieben (Live-Migration, vMotion), die Ressourcen mehrerer Server zu Clustern mit Unterstützung für Hochverfügbarkeit (HA) zusammenfassen und bei einem Knotenausfall VMs automatisch auf gesunder Ausrüstung neu starten sowie für kritische VMs den unterbrechungsfreien Betrieb (Fault Tolerance, FT) mit der Erstellung einer synchronen Kopie auf einem anderen Host gewährleisten.
Vorteile und Nutzen für Unternehmen
Die Einführung der Virtualisierung bringt eine Reihe messbarer Vorteile für das Unternehmen, die durch zahlreiche Studien bestätigt werden. Erstens die radikale Senkung der Ausrüstungskosten (CAPEX): Anstelle von Dutzenden schlecht ausgelasteter physischer Server nutzt das Unternehmen mehrere leistungsstarke Server mit 70-80 % Auslastung, was die Kapitalkosten bei vergleichbarer Gesamtleistung um das 3-5-fache senkt. Zweitens erhebliche Einsparungen bei den Betriebskosten (OPEX): Senkung des Stromverbrauchs um bis zu 80 % (weniger Server = weniger Kilowattstunden), eine proportionale Senkung der Kühlungskosten des Rechenzentrums und die Freisetzung von Nutzfläche in den Racks. Drittens die radikale Vereinfachung und Beschleunigung der Bereitstellung neuer Dienste: Die Erstellung einer neuen virtuellen Maschine aus einer Vorlage dauert 2-5 Minuten statt der mehreren Stunden, Tage oder sogar Wochen, die für den Kauf, die Lieferung, die Auspackung, die Installation, den Anschluss und die Installation des Betriebssystems auf einem physischen Server erforderlich sind. Viertens die erhöhte Ausfallsicherheit und Geschäftskontinuität durch Clustering, Live-Migration, automatische Wiederherstellung bei Knotenausfällen sowie die Möglichkeit, schnell Snapshots zu erstellen und VMs auf Hypervisor-Ebene zu sichern. Fünftens vereinfachtes Testen und Entwicklung: Sie können schnell isolierte Test- und Vorproduktionsumgebungen bereitstellen, Snapshots für den Rollback bei fehlgeschlagenen Updates erstellen, Produktions-VMs klonen, um Probleme ohne Risiko für die Produktion zu analysieren. Das Unternehmen Fintech bietet einen vollständigen Zyklus von Arbeiten zur Einführung der Virtualisierung an — von der Architekturprojektierung und Plattformauswahl bis zur Installation und Inbetriebnahme. Der Installationsdienst umfasst die Installation des Hypervisors, die Konfiguration von Hochverfügbarkeits-Clustern (HA) und des Lastausgleichs (DRS), die Integration mit Speichersystemen (SAN) und Sicherungssystemen (SRK) sowie die Migration bestehender physischer Workloads in eine virtuelle Umgebung ohne Unterbrechung des Geschäftsbetriebs (P2V — Physical to Virtual Migration).
Virtualisierung und Importsubstitution
Im Rahmen der Importsubstitutionspolitik stellen russische Organisationen des öffentlichen Sektors aktiv auf inländische Virtualisierungsplattformen um. Auf dem Markt sind ausgereifte Produkte verfügbar (zVirt von Orion Soft, PK SV Brest von Astra Group, SpaceVM, SimpleVM, HOSTVM), die im Register der russischen Software enthalten und mit führenden russischen Betriebssystemen kompatibel sind — Astra Linux Special Edition, RED OS, Rosa Linux, ALT Linux, Elbrus Linux und anderen. Diese Plattformen bieten alle erforderlichen Funktionen auf Unternehmensebene: zentrale Verwaltung eines Pools physischer Hosts und virtueller Maschinen über eine einzige Konsole (Web-GUI), Verwaltung virtueller Maschinen und Container, Live-Migration, automatischer Lastausgleich (DRS), Integration mit Speichersystemen über die Protokolle NFS und iSCSI, Integration mit Backup- und Überwachungssystemen (Zabbix, Saymon). Bei einem kompetenten Ansatz ist die Migration von ausländischen Hypervisoren (VMware vSphere, Microsoft Hyper-V) auf inländische Lösungen mit Hilfe der V2V-Konvertierung für das Unternehmen schmerzlos und ermöglicht es, die mit Beschränkungen für die Nutzung ausländischer Software in der kritischen Informationsinfrastruktur (KII, 187-FZ) verbundenen Risiken vollständig zu beseitigen. Die Spezialisten des Unternehmens Fintech verfügen über tiefe Kompetenzen in diesem Bereich und sind bereit, einen vollständigen Leistungsumfang für den Übergang zu inländischen Virtualisierungsplattformen zu erbringen, einschließlich der Prüfung der aktuellen Infrastruktur, der Migrationsplanung (mit Bewertung der Anwendungskompatibilität), der Durchführung der P2V/V2V-Migration, der Schulung von Administratoren und des anschließenden technischen Supports.
Containerisierung und Virtualisierung
Es ist wichtig, zwischen der klassischen Virtualisierung (Hardware, Hypervisor) und der Containerisierung (Virtualisierung auf Betriebssystemebene) zu unterscheiden. Die Virtualisierung führt vollwertige virtuelle Maschinen mit eigenem Betriebssystem, Treibern und einem separaten Kernel aus, was eine maximale Isolierung auf Hardwareebene und Kompatibilität mit beliebigen Anwendungen und Betriebssystemen bietet, aber mehr Ressourcen erfordert (jedes Gastbetriebssystem belegt mehrere Gigabyte Festplattenspeicher und bis zu 1-2 GB RAM für dienstliche Zwecke). Die Containerisierung (Docker, containerd, Kubernetes) nutzt den gemeinsamen Kernel des Host-Betriebssystems und isoliert die Anwendungen auf Prozessebene über Namespaces (PID, Network, Mount, User, IPC) und Control Groups (cgroups v2) zur Begrenzung der verbrauchten Ressourcen. Container starten in Millisekunden, verbrauchen deutlich weniger Speicher (die Image-Größe kann bei Go/statsch kompilierten Anwendungen Einheiten bis Zehner von Megabyte betragen), erfordern aber die Kompatibilität der Anwendungen mit dem Host-Betriebssystem (Linux-Kompatibilität) und bieten eine weniger strenge Isolierung im Vergleich zu VMs. Beide Ansätze haben ihre Vorteile und Anwendungsbereiche, und die moderne IT-Infrastruktur nutzt sie oft kombiniert: Auf dem Hypervisor laufen virtuelle Maschinen, in denen Containercluster mit Kubernetes (k8s)-Orchestrierung bereitgestellt werden — die sogenannte „Virtualisierung + Container“-Architektur. Die Wahl eines bestimmten Ansatzes und ihrer Kombination hängt von den Geschäftsaufgaben, den Sicherheitsanforderungen (Container oder VMs), dem Kompetenzniveau des Teams und den architektonischen Präferenzen ab.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Virtualisierungsserver?
Ein Virtualisierungsserver (Virtualisierungshost) ist eine Technologie oder ein physischer Computer, der mit Hilfe spezieller Software (Hypervisor) seine Hardwareressourcen (Prozessoren, Speicher, Festplatten) in mehrere unabhängige virtuelle Maschinen aufteilt. Für ein vertieftes Studium siehe die Abschnitte Containerisierung (Docker), Hypervisor und SAN (Speichernetzwerk).
Welche Arten der Server-Virtualisierung gibt es?
Die Hauptarten sind: vollständige hardwareunterstützte Virtualisierung (der Hypervisor emuliert die Hardware vollständig), Paravirtualisierung (das Gastbetriebssystem wird für eine höhere Leistung modifiziert) und Virtualisierung auf Betriebssystemebene (Container, die den Host-Kernel gemeinsam nutzen). Für ein vertieftes Studium siehe die Abschnitte Containerisierung (Docker), Hypervisor und Installationsarbeiten.
Warum wird auf Servern Virtualisierung eingesetzt?
Die Vorteile der Server-Virtualisierung sind folgende: effiziente Ausrüstungsnutzung (die Auslastung steigt von 10-15 % auf 70-80 %), Senkung der Kapital- und Betriebskosten, vereinfachte Verwaltung und hohe Ausfallsicherheit. Detailliertere Informationen finden Sie in den Artikeln über das Data Warehouse, die Arbeitsstation und das Rechenzentrum.
Was ist die Virtualisierung von Anwendungsservern?
Server-Virtualisierung ist eine Technologie, die es ermöglicht, die Ressourcen eines physischen Servers in mehrere isolierte virtuelle Maschinen (VMs) aufzuteilen. Wir empfehlen auch, sich mit SAN (Speichernetzwerk) und Thin Client für ein vollständiges Verständnis des Themas vertraut zu machen.
Was ist Server-Virtualisierung in einfachen Worten?
Server-Virtualisierung ist der Prozess der Aufteilung eines physischen Servers in mehrere einzigartige und isolierte virtuelle Server mit Hilfe einer Softwareanwendung. Wir empfehlen auch, sich mit Postgres Pro, SAN (Speichernetzwerk) und Thin Client für ein vollständiges Verständnis des Themas vertraut zu machen.
Wofür ist ein virtueller Server da?
Ein virtueller Server (VPS oder VDS) ist eine isolierte virtuelle Umgebung, die den Betrieb eines separaten physischen Computers emuliert. Wir empfehlen auch, sich mit Backupsystem (SRK), Hypervisor und Installationsarbeiten für ein vollständiges Verständnis des Themas vertraut zu machen.
Was ist Virtualisierung in einfachen Worten?
Virtualisierung ist eine Technologie zur Erstellung von Software- (virtuellen) Kopien physischer Computer, Server oder Netzwerke. Für ein vertieftes Studium siehe die Abschnitte Installationsarbeiten, Arbeitsstation und Containerisierung (Docker).
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